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Was haben Abraham, Sturm und die Klitschkos gemeinsam?

www.figosport.de In den 90er Jahren war die deutsche Boxwelt für Manager und Promoter noch Ordnung. Zwei große Boxställe bauten systematisch Boxer auf und ließen sie für viel Geld im Fernsehen kämpfen. Mit den Klitschko-Brüdern änderte sich die heile Welt des Profiboxens.

Die ehemaligen Kickboxer aus der Ukraine trennten sich von ihrem Promoter, der Universum Boxpromotion, und gründeten ihre eigene Boxfirma - K2. Der neue Stern am Boxhimmel wurde aber kein Boxstall im klassischen Sinne. Vielmehr holen sich die Klitschkos Talente aus aller Welt für die eigenen Veranstaltungen, die bis jetzt von RTL übertragen werden. Im TV erscheinen jedoch nur die Kämpfe der Brüder selbst.
Felix Sturm, der die Klitschkos am Start seiner Laufbahn bei Universum traf, möchte nun nachziehen. Wie die Klitschkos, will auch Sturm mit einer eigenen Firma und einem eigenen TV-Vertrag, als eigener Promoter auftreten. Hier stellt sich die Frage: Hat der WBA-Weltmeister im Mittelgewicht das selbe Potential wie die 2-Meter-Männer mit Doktortitel? Als Hauptkämpfer im ZDF funktionierte der Kölner. Bei seinem nächsten Kampf muss er nun als Alleinunterhalter überzeugen.
Der vierte deutsche Kassenmagnet im Bunde, der in Berlin lebende Arthur Abraham, ging einen anderen Weg als die Klitschkos und Felix Sturm, er blieb seinem Promoter treu. Aber wie zuvor Felix Sturm will auch Arthur Abraham das amerikanische Boxmekka erobern. Doch anders als Sturms Promoter ließen Abrahams Leute den früheren IBF-Weltmeister an der langen Leine und schufen als internationale Bühne das Super-Six-Classik. Im Verlaufe des Turniers hat Arthur Abraham nun am 27. März seinen ersten Einsatz in den USA. Einen Namen machte er sich in Übersee bereits mit z.B. Siegen über die starken Amis Edison Miranda und Kofi Jantua, die im amerikanischen Bezahlfernsehen gezeigt wurden. Ein Sieg in den USA und vielleicht sogar der Gewinn des Super-Six-Turniers brächten Abraham an die dort üblichen Millionenbörsen. Also weiterhin kein Grund zur Selbständigkeit für King Abraham und somit mehr Zeit fürs Training.
Insgesamt ist die Arbeitsweise von Abrahams Promoter, der Sauerland Event GmbH, moderner geworden. Das europäische Unternehmen hat sich zum Globalplayer entwickelt. Wie bei den Klitschkos werden Stars nicht mehr ausschließlich im eigenen Gym produziert. Mit dem Weggang von Trainer Manfred Wolke wurde dieser Sektor bei Sauerland sogar verkleinert. Mit Mikkel Kessler nahmen die Berliner erstmals einen fertigen Weltmeister unter Vertrag und weitere internationale Weltranglistenfighter folgten. Damit eröffnen sich neue TV-Märke in den jeweiligen Herkunftsländern der Boxer und in Deutschland wurde man unabhängiger von der ARD. So verkündigte Sauerland kürzliche eine eigene Boxreihe im dänischen Sportfernsehen TV2. Ganz nebenbei verlängerte die ARD den Vertrag bis 2012.
Vielleicht unterscheiden sich die ehemals alleinigen deutschen Boxpaten, Wilfried Sauerland und Klaus-Peter Kohl (Foto links), in ihrer Fähigkeit Gewinne zu teilen. Fotos @ Daniel Hiller

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